Grundlage für die Überlegungen zum Projekt „DINO" - (Deutsche Initiative für den Nahen Osten) - waren viele Gespräche, die Manfred Erdenberger, langjähriger Chefredakteur und Politischer Chefkorrespondent des WDR sowie Ritter des Lazarus Ordens mit Vertretern aus Politik und Kirche(n) geführt hat.Dabei ging es um die Frage, ob es nicht einen Weg gibt, Initiativen für den Nahen Osten aus Deutschland öffentlich und publizitätswirksam zu begleiten und zu unterstützen.
Friedensprozess konstruktiv begleiten
Geprägt durch seine ständigen Reisen in und seine Berichterstattung aus dem Nahen Osten in den letzten zehn Jahren, regte er an, einen Freundeskreis Gleichgesinnter zu gründen, der den Prozess zu Frieden und Ausgleich im Nahen Osten konstruktiv begleitet. DINO will einmal im Jahr die Situation im Nahen Osten öffentlich rekapitulieren und auf Möglichkeiten zu Fortschritten hinweisen.
Dieser Kreis soll sich bei aktuellen Anlässen überparteilich und interreligiös zu Entwicklungen und Ereignissen im Nahen Osten öffentlich zu Wort melden und den für alle Parteien im Nahen Osten schwierigen Prozess der Annäherung moderierend unterstützen.
Europa mit besonderer Verantwortung
Der Nahe Osten als Wiege dreier großer Weltreligionen verdient eine besondere Aufmerksamkeit. Vor allem aber die Menschen in dieser immer wieder von Krisen und Kriegen geschüttelten Region bedürfen unserer intensiven Unterstützung über die tagespolitischen Aspekte hinaus. Dabei kommt Europa, insbesondere den Deutschen, eine besondere Verantwortung zu.
Im Kern geht es um den andauernden Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern, aber auch um die Situation in den Nachbarstaaten von Ägypten über den Libanon, Jordanien und Syrien bis hin zu den Vorgängen im Irak und Iran. Mit anderen Worten: Es muss ein stärkerer Focus auch auf die Anrainerstaaten in der Region gelenkt werden. Es geht darum, die Probleme auf der täglichen Agenda und im Blickfeld der Öffentlichkeit zu halten.
Chancen der Annäherung ausloten
Vor diesem Hintergrund will DINO - fern von (partei-)politischen Stellungnahmen und Einflüssen - mit einem Netzwerk engagierter Menschen aus allen Bereichen den Versuch unternehmen, durch engagierte Aufklärungsarbeit das Verständnis für die komplizierten Zusammenhänge zu fördern, Vorbehalte aller Art und Intoleranz abzubauen und Chancen der Annäherung unter den streitenden Parteien auszuloten und zu unterstützen. Kurz gesagt: Informationen sammeln und weitergeben, Partner motivieren und vermitteln, Toleranz erzeugen.
Dabei sind die persönlichen Kontakte aller Mitglieder der DINO-Initiative von unschätzbarem Wert und haben in der Bündelung ein besonderes Gewicht. Vorträge, Interviews, Erklärungen jenseits der bekannten Stellungnahmen der Politiker und der Militärs, Podiumsdiskussionen und direkte Gespräche können unserer Auffassung nach einen wichtigen Beitrag leisten - und zwar in der Öffentlichkeit wie im Hintergrund.
In der Tradition des Westfälischen Friedens
Mit dem Sitz der Initiative und den Jahrestreffen in Münster knüpfen wir an die Tradition des Westfälischen Friedens von 1648 an, der Europa nach einem verheerenden 30jährigen Krieg den ersehnten Frieden brachte und die politischen wie religiösen Verhältnisse neu ordnete. Im Friedenssaal des Rathauses finden sich noch heute die Grundlagen für eben diese historische Übereinkunft, die als Modell für viele Krisenregionen dieser Erde - zu aller erst für den Nahen Osten! - dienen sollte:
„Pax optima rerum" - „...der Friede ist das höchste Gut" - steht auf der Herdplatte im Kamin des Friedenssaales des Rathauses, in Sichtweite dieses Domes. Dazu am Kronleuchter: „Befleissigt Euch der Gerechtigkeit, die ihr auf Erden richtet...!", und auf der Gerichtsschranke „Man höre beide Parteien". Als Gebrauchsanweisung drei schlichte Sätze, die der Schlüssel zum Frieden von 1648 waren und Erfahrungen mit Leid und Tod, Verwüstung und Vertreibung, religiöse Verblendung und Intoleranz beendeten.
Ein Friede, von dem der frühere Bundespräsident Roman Herzog schrieb: „Er beeinflusste tief und dauerhaft die zwischenstaatlichen Beziehungen und den Kanon der Grund- und Menschenrechte, die Verfassungen einer Reihe europäischer Glaubensgemeinschaften in Europa. Vor allem bleibt er Vorbild für die Fähigkeit, nach Zeiten ungeheuren Schreckens wieder eine auf gegenseitige
Achtung gegründete Ordnung zu stiften."
Weitere Informationen finden Sie unter
http://www.dino-muenster.de.
[Foto: DINO Münster]





